| Historisches und Kulturgeschichte | ||||||
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Besen als Gegenstand des Aberglaubens Die Geschichte der Menschheit ist reich an Mythen, Legenden, Hoffnungen, Wünschen, Erwartungen und Befürchtungen. Kulturgeschichtliche Betrachtungen, die durch BROSSAPRESS in Auftrag gegeben wurden offenbarten eine reiche Fülle von Vorstellungen, die sich in vielen Regionen Europas aber auch in anderen Weltteilen entwickelten und den Besen zum Gegenstand hatten. Schon seit Jahrtausenden tritt der Besenaberglaube in weitester Verbreitung auf. Im griechisch-römischem Altertum ebenso wie in China und Japan, wo sich Entsprechungen zum europäischem Aberglauben nachweisen lassen, von auffälligen Gleichungen auch in Indien, Indonesien, im Kongo und bei den schwarzen Einwohnern Jamaikas ganz zu schweigen. Für den Volkskundler bietet sich hier ein interessantes und weites Feld für Forschungen. Das Material für den Besen waren im alten Germanien in erster Linie Birkenruten. Manche Volkskundler meinen, daß die magischen Eigenschaften, die dem gebundenen Besen zugesprochen werden, dadurch erklären zu können, daß die germanische Gottheit Donar die Birke als sein Symbol bewachte. Aber mit solchen vereinheitlichenden Ideologien wird man den komplexen und kollektivischen Gedankengängen, mit denen das Volk arbeitet nicht gerecht. Schon seit Jahrtausenden tritt nämlich der Besenaberglaube in weitester Verbreitung auf. In Böhmen z.B. ist der Besen, vor das Haus gestellt, ein Schutz gegen Hagel und böses Wetter. Auch bei Sturm stellt man einen Besen vor das Haus, um sich vor dem Unwetter zu schützen. Der aufrecht an der Haustür oder vor den Stall gestellten Besen gewährt nun auch dem Haus ganz allgemein einen Schutz. Im sächsischen Erzgebirge herrschte der Glaube vor, daß der Segen des Hauses schwindet, wenn der Besen in der Stube bleibt, in Bayern war man der Meinung, daß man dann nicht schlafen könne. Dagegen hält man den Besen in Franken, Hessen und Tirol ständig in der Stube, einen auf der Straße liegenden Besen darf man nicht in die Stube tragen, sonst kommen die Hexen oder ein Fremder bringt Zank ins Haus. In ein neues Haus muß man einen alten Besen tragen, dann entsteht kein Heimweh. Schon in den pythagoräischen Lehren begegnet man dem Verbot den Besen zu überschreiten. Nach deutschem Volksglauben überschreiten die Hexen keinen Besen. Man darf in dem Glauben, daß die Hexen dieses Tabu streng befolgen, vielleicht die Anschauung lebendig sehen, daß die Hexen nach dem vorchristlichen Gedankenkreis sich streng an regeln halten. Der Aberglaube betont auch, daß sie an diesem Vermeiden erkennbar werden (Hexenprobe)und prüft ob sie dem Besen überschreiten oder einen anderen Weg wählen. Des Hexens verdächtigen Personen warf man deshalb einen Besen vor die Türe. Der Besen dient auch als Glücksbringer: der Volksglaube sah im Zusammenkehren eine Handlung die etwas "zubringt" auch der Kehrricht, das Resultat des Kehrens, ist somit symbolisch gesehen ein Gewinn. Mancher Kaufmann kehrte früher den Staub vor seiner Türe in den Laden, damit er viel Absatz habe. Selbst die Art des Kehrens, war von Bedeutung: man muß von der Türe nach der Mitte des Raumes, also "Zubringend" kehren, im Stall nur von der vorderen Tür nach der hinteren, andernfalls geht das Glück zu Stall hinaus. Treppen sind von unten nach oben zu kehren, damit der Segen in das Haus hinein bzw. hinaufgekehrt wird. Aus Schleswig Holstein ist überliefert, daß in der letzten Nacht des Jahres aus allen vier Ecken der Stube gekehrt werden soll. Aus einer Ecke wird dann das herausgekehrt was einem im kommenden Jahre bevorsteht. Aber auch in ungewöhnlichen Zeiten zeigen Kehren und Kehrricht künftiges an: Großen Gewinn wird der bekommen, der morgen Kehrricht vor der Tür findet. Starkes Interesse brachten unverheiratete Mädchen in Nord Deutschland dem Orakelkehren in bestimmten Nächten entgegen. Der bekannteste überlieferte Termin ist der St. Andreas Tag. Als geeignetste Stunde hierfür galt die Stunde vor Mitternacht. Auf dem Tisch wird ein brennendes Licht gestellt, das Mädchen zieht sich nackt aus, kämmt die Haare und kehrt rückwärts mit einem neuen Besen die Stube aus, in der Richtung von der geöffneten Türe zu dem Tisch hin. Dabei blickt sie immer zu dem Tisch wo der Zukünftige sitzen wird. Der kommende Ehemann lässt sich zuweilen auch im Spiegel erblicken. Aus dem Vogtland ist bekannt, daß sie ausserdem den Tisch mit neunerlei Speisen deckt, einen Stuhl an den Tisch rückt, und spricht dann Punkt zwölf Uhr folgenden Vers: "Heiliger Andreas lass mir erscheinen den herzallerliebsten Mein" Zum Volksbrauchtum sind bei Brossapress unter anderem folgende Unterlagen erhältlich: Der Besen als Glücksbringer Der Besen als Zaubermittel Der Besen in der Sakralen Handlung Der Besen als Orakel Besen und Kehrricht in Sagenschatz |
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